Künstler beugen sich iTunes' Marktmacht
Mit dem Siegeszug der legalen Musik-Downloads wird es für Musiker immer wichtiger, auch in Apples Musikshop iTunes vertreten zu sein. Selbst wenn ihnen die Gewinnspanne zu niedrig ist und die Künstler lieber ganze Alben verkaufen würden, öffnen sich immer mehr einstige Verweigerer dem Konzept.
Apples iTunes Music Store hat sich in seinem dreijährigen Bestehen zum wichtigsten Marktplatz für Online-Musik entwickelt. Und das Business-Modell, Einzelsongs für 99 Cent zu verkaufen hat sich dabei gegen Aboservices durchgesetzt.

Auch wenn sich Musikindustrie und viele Künstler anfangs gegen den Online-Vertrieb wehrten, sind es heute nur mehr wenige, die iTunes boykottieren.

Metallica nun auch bei iTunes
Zuletzt hat etwa die Metal-Band Metallica den Wiederstand aufgegeben und ihren Musikkatalog plus ein paar bisher nicht veröffentlichte Songs für den iTunes-Verkauf freigegeben.

Analysten glauben, dass früher oder später auch iTunes-Verweigerer wie die Beatles, Led Zeppelin, Kid Rock und Radiohead sich dem Erfolgsmodell beugen müssen, wenn sie nicht mit Einbußen rechnen wollen.

"Mit den immer weiter sinkenden CD-Verkäufen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die letzten Künstler sich ergeben", so die Meinung eines Analysten des Marktforschungsunternehmens Inside Digital Media.

Gewinsspanne auf Downloads zu klein
Während die Musikbranche ansich stets mit Piraterie-Bedenken gegen Online-Musik argumentierte, klagen die Künstler über zu wenig Verdienst. Bei einem Verkaufspreis von 99 Cent bleibe ihnen zu wenig über.

Das ist ein weiterer Grund, warum sich die Musikindustrie auch immer wieder eine Preisanhebung bei iTunes forcieren wollte, die Konzerne stießen bei Apple jedoch bisher auf taube Ohren.
 
Höhere Preise führen zu Piraterie
Apple-Chef Steve Jobs hatte die Abweichung vom derzeitigen Einheitspreis immer kategorisch ablehnt. Für ihn sind die 99 Cent genau jene Schmerzgrenze, bei der sich die Kunden eher für legale Musik entscheiden, bevor sie im Internet illegale Angebote nutzen.
Alben als Gesamtkunstwerk
Ein weiteres Anliegen mancher Künstler ist ein konzeptuelles: Sie sehen ihre Alben als Gesamtkunstwerk und wollen dieses auch als Ganzes verkaufen - was bei iTunes zwar möglich, aber nicht verpflichtend ist.

Der US-Rockmusiker Bob Seger etwa befindet sich derzeit mit Apple in Verhandlungen über den Release seines Albumklassikers "Night Moves" [1976] als Komplettpaket, noch sei allerdings nichts entschieden.

Ticketverkauf via iTunes
Prominenter Neuzugang bei iTunes sind etwa auch die Red Hot Chili Peppers, die erst seit April auf der Musikplattform verfügbar sind. Sie nutzten den Shop auch gleich zum Vorverkauf ihrer Konzerttickets und lieferten Bonus-Content an Nutzer, die das Album "Stadium Arcadium" vorbestellten.
 
Apple vs. die Beatles
Ein Sonderfall in der immer weiter schrumpfenden Rieger der iTunes-Verweigerer sind die Beatles. Sie sind zwar bis jetzt auch mit keinem anderen Online-Musik-Service in Verhandlungen getreten, liefern sich aber mit Apple seit Jahren einen erbitterten Streit um Namensrechte.

Die britische Plattenfirma der Ex-Beatles, Apple Records, warf dem US-Konzern vor, mit dem Start seiner Musik-Internet-Aktivitäten eine jahrzehntealte Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen verletzt zu haben, in der die Nutzung des Logos und des Namens Apple geregelt wurde.

Klage abgewiesen
Ein Gericht in London wies die Klage sowie die Schadenersatzforderung von 2,8 Millionen US-Dollar jedoch im Mai zurück.
 
Der zuständige Richter erklärte, die Nutzung des Logos stehe allein im Zusammenhang mit dem Apple Store, nicht mit der Musik. Die Verwendung sei daher rechtens.
CD-Absatz sinkt weiter
Nicht nur in den USA sinkt der Absatz von ganzen Musikalben zu Gunsten von Online-Musik weiter. Gerade aus diesem Grund wird die Online-Verfügbarkeit für etablierte Künstler unverzichtbar: Und mit 70 Prozent Marktanteil führt dabei auf kurz oder lang kein Weg an Apple vorbei.

Nachwuchs setzt auf Ruhm im Netz
Bei Nachwuchsmusikern und Indie-Bands ist die Situation etwas anders: Diese etablieren sich immer öfter über Portale wie MySpace, bauen sich dort eine Hörerschaft auf und werden dann von den großen Musikkonzernen "übernommen".
 
[futurezone | AP]
 
Die ORF.at-Foren sind allgemein zug�ngliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Bitte bleiben Sie sachlich und bem�hen Sie sich um eine faire und freundliche Diskussionsatmosph�re. Die Redaktion �bernimmt keinerlei Verantwortung f�r den Inhalt der Beitr�ge, beh�lt sich aber das Recht vor, krass unsachliche, rechtswidrige oder moralisch bedenkliche Beitr�ge sowie Beitr�ge, die dem Ansehen des Mediums schaden, zu l�schen und n�tigenfalls User aus der Debatte auszuschlie�en.

Sie als Verfasser haften f�r s�mtliche von Ihnen ver�ffentlichte Beitr�ge selbst und k�nnen daf�r auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Beachten Sie daher bitte, dass auch die freie Meinungs�u�erung im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches (�ble Nachrede, Ehrenbeleidigung etc.) und des Verbotsgesetzes, unterliegt. Die Redaktion beh�lt sich vor, strafrechtlich relevante Tatbest�nde gegebenenfalls den zust�ndigen Beh�rden zur Kenntnis zu bringen.

Die Registrierungsbedingungen sind zu akzeptieren und einzuhalten, ebenso Chatiquette und Netiquette!
 
Ich werde den ganzen Apple Hype sowieso nie verstehen...
0alex0, vor 9 Minuten
Es gibt jede menge bessere MP3 Player als den ach soo coolen
iPod und das Apple Dateiformat mit DRM kann mir auch gestohlen
bleiben...weiters kann ich nur jeder Band raten einen eigenen
Webshop zu betreiben...denn es ist nie gut wenn Apple, Sony und Co
entscheiden was In und was Out ist!
molek�hl, vor 16 Minuten
Das Konzept ist ja -zugegeben- genial. Praktisch keine Vertriebskosten, und die Kunden zahlen praktisch genauso viel wie früher bei den CDs.
Bei "ernsthaften" Musikern war üblicherweise die ganze CD interessant, viele Nummern wachsen eben langsam ins Ohr, die würden als Single oder im einzel-Download unbeachtet untergehen.
Jetzt geht es halt endgültig in Richtung gehypter One-Hit-Wonder, plus alle möglichen Quervermarktungen, von denen der Download nur eines (und nicht zwangsweise das wichtigste) ist.
99c ist viel zu teue!!!
tronu, vor 33 Minuten
Holt euch die Musik bei allofmp3, die wissen, wies geht!
Es gibt sie wieder...
calafati, vor 1 Stunde, 14 Minuten
die gute alte Single. Fein!

Das ganze Album kaufen zu müssen und dafür mehr zahlen zu müssen als man will hat sich aufgehört. Die Natur findet einen Weg - Danke Internet :-)

Außerdem stimmt das Rechenbeispiel 99 cent mal 10 bis 15 sind eh die altbekannten 140,-- bis 200,-- Schilling die sie uns frecher weise für eine CD weggenommen haben. Jetzt, spüren sie wie es ist von jemandem beherrscht zu werden der die Marktmacht hat. Nicht das ich das gut finde aber in der Darreichungsform haben wir Kunden mehr davon.
miify, vor 54 Minuten
Ob man mit den ganzen Einschränkungen der gekauften Musik mehr davon sei mal dahingestellt.
radikale umgestaltung der so genannten "geistiegen eigentumsrechte" notwendig..
derm0nd, vor 2 Stunden, 22 Minuten
wissen und information die heute ohne kosten allen zu gute kommen koennen duerfen nicht kuensltich verknappt werden. andererseits brauchen wir kunst und kultur die nicht unter verwertungszwang entsteht. kuenstlerInnen sollten ein gerechtes einkommen haben das nicht vom verkauf ihrer werke abhaengt. die obsoleten musik & medienkonzerne brauchen wir dagegen nicht mehr...

http://www.piratinnenpartei.at

lg mond.
Unterstützungsunterschriften
todo, vor 2 Stunden, 5 Minuten
Mir ist aufgefallen, daß viele, die euch unterstützen wollen, sich einfach nicht trauen.

Es könnte ja jemand auf die Idee kommen und jene Leute überprüfen, die sich für die Piratenpartei aussprechen.
@dermOnd
onkelerich, vor 1 Stunde, 28 Minuten
Es ist sooo schade, das sich die KPÖ, oder KPÖ-nahe Organisationen dieses wichtige Thema "gekrallt" haben. Die Diskussion ist wichtig, muss aber abseits von gescheiterten Links-draussen Fanstasien geführt werden.
@onkelerich
jorel, vor 49 Minuten
Da kann ich dir nur zustimmen - es wäre ein wichtiges Thema und dennoch gilt es eine Lösung in der Mitte zu finden... und ganz ehrlich, die KPÖ ist sehr weit von der Mitte entfernt. @derm0nd: würde mal darüber nachdenken was für Konsequenzen ein "die obsoleten musik & medienkonzerne brauchen wir dagegen nicht mehr" auf sehr viele Arbeitsplätze hätte - aber das ist den Genossen wohl völlig egal, nicht wahr?

Was ich wirklich nicht einsehe ist, weshalb die "Künstler" zwar ständig am jammern sind, aber sie nicht fähig sind sich auf eine Weise zu organisieren wie es die Musikindustrie seit zig Jahren schon international macht, denn sie hätten wirklich die Möglichkeit massiv Druck auszuüben indem sie selbst etwas auf die Beine stellen das ein Gleichgewicht zu den Verwertungsgesellschaften herstellt... die Antwort liegt auf der Hand: das wäre ja mit Arbeit und vor allem erheblichem finanziellen Risiko verbunden wenn man sich selbst um die Produktion kümmern müsste - da sind sie dann froh, dass ihnen das abgenommen wird, aber ansonsten nur am nörgeln. Wäre sicherlich auch gut für die Qualität, denn man würde ganz schnell davon absehen jeden nur denkbaren Mist zu veröffentlichen, weils einfach die eigene Existenz gefährden kann. So trägt das gesamte Risiko jemand anders und wenns nichts wird, dann wars eben einach nur Pech und man versuchts kurz daraufhin wieder.
arbeitsplaetze in der musikindustrie
derm0nd, vor 41 Minuten
die musikindustrie leistet (im gegensatz zu den kuenstlerInnen) praktisch keine nuetzliche leistung mehr fuer die gesellschaft. die distribution von musik geht via internet und den filesharingnetzen die die 13 jaehrigen programmiert haben besser und bequemer als das was die MI leistet. im getenteil die MI schadet sogar.. es waere daher besser die menschen die in der musikindustrie zu bezahlen ohne dass sie arbeiten. (weil ja nichts gesellschaftlich sinnvolles geliestet wird). bzw durch allgemeine arbeitszeitverkuerzung den gesteigerten produktivkraeften rechnung zu tragen. dafuer steht die kpoe: radikale arbeitszeiverkuerzung, garantiertes grundeinkommen. lg mond.
Der Link verweist auf die alten Kummerln!
tronu, vor 34 Minuten
Geh bitte, wer will den diese alten Klassenkämpfer noch, allein das ewige Innen bei jedem dritten Wort. Das Letzte!
@mond
wups, vor 19 Minuten
sorry, aber wie alt bist du, weil du daherredest wie ein 5-jähriger? schon mal selbst irgendwo gearbeitet???
gewinnspanne zu niedrig ???
tsch�ntsche, vor 2 Stunden, 25 Minuten
naja - einfache lösung:

die verwerungsindustrie hat hir nichts zu verwerten und ist somit obsolet...

itunes liefert direkt an die künstler - und die haben viel mehr davon als vorher.
die Frage ist wieviel
rotzer2002, vor 2 Stunden, 27 Minuten
bekommen die Künstler von den 99cent?? Wer nascht an dem Kuchen aller mit. Ich finde die Preise für Musik auch zu nieder. Anheben auf 2,99 Euro und für neuere Stücke auf 4,99 Euro. Dann passts...
?
ewing, vor 1 Stunde, 16 Minuten
2,99€ für einen einzigen titel?
ich glaub damit wird maximal der illegale download gefördert als die (eh schon) steinreichen "künstler".
aber ansonst gut mitgedacht!
4,99 mal 10 - 20 Songs pro Album ...
danpo, vor 53 Minuten
... macht 50-100 Euro für ein brandneues Album á la Britney oder ähnlichem Schmonzes! Wer soll das bitte kaufen!?
owezara, vor 2 Stunden, 32 Minuten
Wie viel bleibt denn den Künstlern über? So ist das jetzt ein bisschen undurchsichtig. Und wieso gibt es Shops wie emusic.com die um 25cent pro track verkaufen?
weil emusic.com zu time warner gehört
mahtiaivo, vor 13 Minuten
und daher auch nur warner artists dort gelistet sind...