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  Meldung vom 15.06.2002 18:20

   

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Plattenlabel auf der Anklagebank

Eine bereits am Mittwoch am Los Angeles Superior Court eingereichte Klage richtet sich gegen die großen Plattenlabel Universal Music Group, EMI Music Publishing, BMG Entertainment, Sony Music Entertainment Inc. und die Warner Music Group. Die Kanzlei Milberg Weiss Bershad Hynes & Lerach vertritt zwei Mandanten aus Kalifornien, die Probleme mit ihrem Computer hatten, nachdem sie versucht hatten, kopiergeschützte Audio-CDs abzuspielen. "Wenn man einen Apple-Computer nutzt, kann man die CD nicht einmal mehr aus dem Laufwerk bekommen. Die CD in einem Fachgeschäft entfernen zu lassen kostet Zeit und Geld", so Klägeranwalt Nicholas Koluncich nach Angaben der Los Angeles Times.

Cary Sherman, Präsident des Verbands der Plattenindustrie (RIAA) bezeichnet die Klage in einer ersten Reaktion als "frivol". Die Musikindustrie habe das Recht, Verschlüsselungs-Technologien einzusetzen, um geistiges Eigentum vor Diebstahl zu schützen: "Filmstudios, Software- und Spielehersteller haben seit Jahren ihre Werke geschützt und bisher kam niemand auf den Gedanken, dies als unangebracht oder unrechtmäßig zu werten." Die Kläger verlangen Schadenersatz in unbekannter Höhe und wollen erreichen, dass die kopiergeschützten CDs vom Markt genommen werden.

Welche Dimension das Thema Musik im Internet mittlerweile angenommen hat, belegt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos Reid: Rund 40 Millionen Amerikaner ( ca. ein Fünftelder US-Bevölkerung) tauschen Musikstücke im Internet. Auchnach der Schließung der Tauschbörse Napster erfreut sich danach dieNutzung bestimmter Webangebote oder Tauschbörsen wie Morpheus oderAudio Galaxy vor allem bei jungen Leuten zwischen 12 und 24 Jahrenweiterhin großer Beliebtheit. Ein Viertel der Bevölkerung (25Prozent) besitzt mittlerweile einen Personal Computer mit CD-Brenner,teilte das Unternehmen mit.

Insgesamt 81 Prozent der Befragten gaben an, dass sie trotz derMöglichkeiten des kostenlosen Herunterladens von Songs genauso vieloder sogar mehr Geld für Musik-CDs ausgegeben hätten. Vor rund zweiJahren war die Marktforschung Jupiter Communications zu einemähnlichen Ergebnis gekommen. Nach beiden Studien nutzten die Online-Tauschbörsen vor allem "Musik-Enthusiasten", die im Internet auchnach ausführlicheren Informationen wie Liedtexten oder Tourkalendernsuchten. 47 Prozent dieser Nutzer haben nach Angaben von Ipsos schoneinmal nur deshalb eine CD gekauft, weil sie über Informationen imInternet darauf aufmerksam geworden waren.

Die Musikindustrie beklagt dagegen seit Jahren Umsatzausfälle inMilliardenhöhe. Schuld daran sollen vor allem auch die wachsendeVerbreitung von CD-Brennern und kostenlose Raubkopien im Internetsein. Nach einer Studie des amerikanischen Musikindustrie-VerbandesRIAA haben 23 Prozent der Musikfans im Alter zwischen 12 und 54Jahren im vergangenen Jahr nicht mehr CDs als zuvor gekauft, weil siedie meisten Lieder kopiert oder aus dem Internet heruntergeladenhaben. Für seine jüngste Erhebung befragte Ipsos zwischen dem 25.April und 1. Mai 2002 insgesamt 1113 Männer und Frauen über 12Jahren. (sha/c't)

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Kommentare:
Re: Einnahmeausfälle ... (WildLion, 16.6.2002 20:46)
Re: Geistiges Eigentum ist nunmal schützenswert (hwegner, 16.6.2002 20:44)
Re: Gerade gestern habe ich 3 CDs nichts gekauft (homeworld, 16.6.2002 20:42)
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