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Übersicht über Stile im 20. Jahrhundert
1. Expressionismus Dodekaphonie Serielle Musik Aleatorik
Kennzeichen des Expressionismus sind erweiterte Tonalität, Polytonalität oder Atonalität, Verwendund von Dissonanzen (schöne Klänge waren verpönt) und fallweise motorische Rhythmik (Strawinsky: Le sacre du printemps). Da alle Kompositionsregeln des 19. Jh. damit überfällig waren, wurden neue gesucht und in der Dodekaphonie (Zwölftonmusik) von J.M. Hauer und A. Schönberg gefunden. Schönberg begründete auch die 2. Wiener Schule (1. Wiener Schule: Haydn, Mozart, Beethoven), deren wichtigste Vertreter Alban Berg und Anton Webern waren.
Die Serielle Musik ist eine logische fortsetzung der Dodekaphonie. Jetzt werden neben den Tonhöhen auch die anderen Parameter wie Tondauer und Lautstärke in Reihen geordnet. Das geht so weit, dass der Komponist am Anfang Reihen erfindet, diese in Tabellen schreibt und damit das Stück schon größtenteils festgelegt hat. Dabei entstehen für die Musiker ungeheure Schwierigkeiten, weil jetzt jeder Ton eine andere Lautstärke und eine andere Länge hat.
Die führte zu einer drastischen Gegenreaktion: In der Aleatorik (alea = Würfel) werden die Stücke vom Komponisten nicht genau geplant, der Musiker hat bei der Ausführung große Freiheiten. Eventuell besteht das Stück nur aus einer Graphik, die der Musiker je nach Gutdünken interpretieren kann.
2. Impressionismus
Kennzeichen sind das Experimentieren mit neuartigen Akkordverbindungen, bei denen die Klangwirkung jedes Akkords besonders wichtig ist. Die klassischen Gesetze der Harmonielehre werden ignoriert. Besonders interessant waren Asiatische Tonleitern (Ganztonleiter, Pentatonik). Es werden Klänge bevorzugt, die gut miteinander verschmelzen und ineinander übergehen.
Die wichtigsten Komponisten waren Claude Debussy und Maurice Ravel in Paris, aber auch in Spanien und Italien gab es Impressionisten.
3. Futurismus, Bruitismus,
hängen eigentlich nicht wirklich miteinander zusammen, sind aber Beispiele für das Suchen nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten im 20. Jh. Diese Phase des Experimentierens war notwendig, um neue Grenzen in der Musik abzustecken. Sehr oft finden sich dabei teilweise skurrile Beispiele, wie eineige Werke von KomponistInnen der Groupe des six.
Unter Futurismus versteht man eine Richtung, die radikal gegen den herkömmlichen Kulturbetrieb war und u.a. das Niederreißen aller Konzertsäle forderte. Bruitismus (Lärmmusik) verwendete zur musikalischen Gestaltung hauptsächlich Geräusche. Dafür wurden auch eigene Geräuschmaschinen konstruiert (Einbeziehung der Technik).
4. Musique concrète, Computermusik
sind weiter Beispiele der Einbeziehung teschnischer Hilfsmittel wie Tonband, Computer u.ä.
5. Folkloristik
Erklärt sich eigentlich von selbst. Etliche der hier wichtigen Komponisten waren auch als Volksmusikforscher tätig z.B. Bela Bartok und Zoltan Kodaly in Ungarn.
Wichtigster Vertreter Spaniens ist hier Manuel de Falla (1876-1946). Er wurde in Argentinien geboren, lebte hauptsächlich in Madrid. Während eines Aufenthalts in Paris holte er sich Anregungen von der Musik der französischen Impressionisten. Nach seiner Rückkehr nach Madrid schrieb er das Ballett El amor brujo (Liebeszauber), das als sein berühmtestes Werk gilt.
6. Neobarock, Neoklassizismus, Neoromantik
Auch diese Bezeichnungen erklären sich von selbst. Natürlich
wurde hier nicht alte Musik komponiert. Die Stilmerkmale von vergangenen Epochen
wurden mit den Errungenschaften des 20. Jahrhunderts kombiniert (erweiterte
Tonalität, rhythmische Besonderheiten,
).
Während der Naziherrschaft galten die meisten
Komponisten als entartet und mussten emigrieren. Nach dem Krieg hat man sich
nicht sonderlich bemüht, sie wieder zurückzuholen, deshalb gibt es
ab 1945 einen großen Einbruch in der europäischen Musik. Allgemein
kann man sagen, dass das Musikschaffen heute vielfältiger denn je ist,
die Komponisten schöpfen aus allen Möglichkeiten, die bisher aufgezeigt
wurden. Sämtliche Stilmerkmale wie Folklore, Jazz, Dodekaphonie, Aleatorik,
tonale und atonale Musik und vieles mehr werden einbezogen.
Einige österreichische Komponisten: Gottfried von Einem, Friedrich Cerha,
Kurt Schwertsik, Dieter Kaufmann, H.K. Gruber,