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Was ist Kantate und Oratorium gemeinsam?
Was sind die Unterschiede zwischen Kantate und Oratorium?
Einige berühmte Beispiele:



Die Geschichte der Kantate
Lat. cantare = singen. Singstück im Gegensatz zur Sonate. Sie löste die mittelalterliche Motette ab und besitzt keine festgelegte Form. Die meisten Kantaten werden mit Instrumenten begleitet, es gibt aber auch Kantaten ohne Instrumentalbegleitung.
Der Name tauchte ca. 1620 in Italien auf (Frühbarock), damals meinte man damit eine Vertonung von weltlichen Texten. Im 18. Jahrhundert (Hochbarock/Klassik) vertonte man dann hauptsächlich geistliche Texte (siehe auch obiges Beispiel von J.S. Bach). Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Kantaten eher selten komponiert.
Die Geschichte des Oratoriums
Lat. oratorio = Betsaal in einem Kloster. Hier probten die Mönche im Mittelalter ihre Mysterienspiele, das waren gesungene biblische Texte, die szenisch aufbereitet waren (eine Möglichkeit, dem einfachen Volk, das ja nicht lesen konnte, Geschichten aus der Bibel nahe zu bringen).
Auch das Oratorium hatte anfangs Texte aus der Bibel als Grundlage. Da es eine Handlung hat, gibt es viele Berührungspunkte mit der Oper. Da die Handlung aber nicht szenisch dargestellt wird, gibt es meist einen Erzähler (oft eine hohe Tenorstimme), der die Vorgänge schildert. Auch der Chor ist oft wichtig, da er die Handlung kommentiert (ähnlich wie in der antiken griechischen Tragödie).
Oratorien gibt es ca. seit 1600, im 18. und 19. Jahrhundert war die Blütezeit dieser Gattung. Vor allem in London gab es dafür ein begeistertes Publikum, was vor allem G.F. Händel (Hofkapellmeister von George II) und J. Haydn (unternahm zwei Reisen nach London) zur Komposition von Oratorien anregte (Beispiele oben).
Im 19. und 20. Jahrhundert wurden vermehrt auch weltliche Texte als Vorlage für Oratorien genommen. Berühmte Komponisten, die Oratorien schrieben, waren u.a. Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Franz Liszt, Paul Hindemith und Igor Strawinsky.