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2.4. Vokalmusik
2.4.1. Lied

Vergleich zweier Vertonungen des selben Textes

Hermann Allmers (1821-1902): Feldeinsamkeit
Ich ruhe still im hohen, grünen Gras
und sende lange meinen Blick nach oben,
von Grillen rings umschwirrt ohn‘ Unterlaß,
von Himmelsbläue wundersam umwoben.
Die schönen weißen Wolken zieh‘n dahin
durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume;
mir ist, als ob ich längst gestorben bin
und ziehe selig mit durch ew‘ge Räume.

Charakter, Formaler Aufbau:





Noten und Hinweise zu den Vertonungen: Musikstudio 1, S.63ff.

1. Vertonung: Johannes Brahms, 1877:




2. Vertonung: Charles Ives, 1897:




Grundsätzliches zum Begriff „Lied“:

Da das Lied immer eine Verbindung von Text und Musik ist, enthält es sowohl Elemente, die sich auf die Textaussage beziehen, wie auch starke emotionale Komponenten. Bei manchen Liedern ist eher die Textaussage vorherrschend (Protestsongs, Liedermacher,…), bei anderen wiederum überwiegt das gefühlsbetonte Element (Stimmungslieder, Love-Songs, Schlager,…).
Lieder werden gesungen, seit es Musik gibt. Sie werden oft instrumental begleitet (Laute, Gitarre, Klavier), oft sehr einfach, nur mit Bordun (liegende Töne ’ Mittelalter) oder Akkorden.
In der Epoche der Romantik (Ende 18. + 19. Jahrhundert) versuchte man im Kunstlied Gesang und Begleitung zu einem Kunstwerk zu verschmelzen und damit die Begleitung gleich wichtig zu machen wie die Stimme. Besonders Franz Schubert (1797-1828) hat hier Pionierarbeit geleistet (über 600 Lieder). Er und einige andere deutschsprachige KomponistInnen haben das Kunstlied zu solcher Perfektion gebracht, dass der Begriff „Lied“ als Fachwort für das deutschsprachige Kunstlied in den meisten Sprachen unübersetzt übernommen wurde (franz.: le lied, engl.: the lied). Auch bei uns hat sich ja z.B. der Begriff „Chanson“ für das französiche Lied eingebürgert.
„Da hamma letzte Musikstunde so ein Lied g‘hört…“ (Schüler, meinte damit „Die Moldau“ von Friedrich Smetana)
Rückseite: Die drei Arten, einen Text zu vertonen (Kunstlied), Teile eines Liedes.


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