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Antonio Vivaldi: Der Herbst aus den „Vier Jahreszeiten“
(nach Club Musik 4)

Toneinspielung: Herbst, 1. Satz. Ausblenden nach ca. 10 Sekunden.

1. Interview mit Antonio Vivaldi und Herrn Prof. Frankenstein

Moderator: Ich begrüße Sie in unserer Sendung „Musik für junge Leute“. Ich darf ihnen heute einen ganz besonderen Gast präsentieren. Es ist niemand Geringerer als Antonio Vivaldi. Ich begrüße Sie herzlich! (Vivaldi tritt auf) (Zum Publikum) Ich werde mit Herrn Vivaldi heute ein wenig über sein Leben plaudern. Außerden erwarten wir als Gast Herrn Professor Frankenstein, der uns etwas über die Musik Vivaldis erzählen wird. (Zu Vivaldi) Gleich zu Beginn die Frage: Wann sind Sie geboren, Herr Vivaldi?
Vivaldi: Ich wurde am 4. März 1678 in Venedig geboren und wäre heute 323 Jahre alt.
Moderator: Wie kamen Sie zum Komponieren?
Vivaldi: Ich war zuerst Schüler meines Vaters Giovanni und später von Giorgio Legrenzi. Mit 25 Jahren wurde ich zum Priester geweiht und wegen meiner roten Haarfarbe bald „Il prete rosso“ genannt.
Moderator: Was heißt das?
Vivaldi Das heißt einfach nur „der rote Priester“. Wegen meines Asthma musste ich diesen Beruf aber bald aufgeben.
Moderator: Und da haben Sie sich dann musikalisch betätigt?
Vivaldi: Ja, schon währen meiner Zeit als Priester war ich Violinlehrer am Ospedale della Pietà in Venedig. Ich komponierte viel und dirigierte meine Werke.
Moderator: Und was haben sie alles komponiert?
Vivaldi: In erster Linie schrieb ich Instrumentalmusik. Später auch Opern, 50 Stück. Insgesamt habe ich ca. 800 Werke geschrieben, von denen allerdings etwa 100 verschollen sind.
Moderator: Das ist eine ganze Menge. Haben Sie sehr lange gelebt, um so viel schreiben zu können?
Vivaldi: (lacht) Für die damalige Zeit schon. Immerhin bin ich 63 Jahre alt geworden.
Moderator: Was ist eigentlich Ihr bekanntestes Werk?
Vivaldi: Sicherlich meine „Vier Jahreszeiten“. Eigentlich sind es vier Werke, nämlich vier Violinkonzerte. Besonders stolz bin ich auf die Tatsache, dass sie die meistverkauftesten Stücke der Gattung sind, die Sie als „Klassik“ bezeichnen.
Moderator: Ich begrüße nun Herrn Professor Frankenstein.
Frankenstein: Guten Tag.
Moderator: Herr Professor, Her Vivaldi sprach eben von Violinkonzerten. Was ist das eigentlich?
Frankenstein: Nun, in Musikerkreisen bezeichnet das Wort „Konzert“ ein Musikstück, bei dem ein Soloinstrument von einem Orchester begleitet wird. Üblicherweise besteht es aus drei Sätzen mit den Tempi schnell, langsam und schnell.
Moderator: Aber ist ein Konzert nicht eine Veranstaltung, auf der man Musik hört?
Frankenstein: Ja, das Wort „Konzert“ hat eben im Deutschen 2 verschiedene Bedeutungen. Genau so wie der Begriff „Klassische Musik“. Der bezeichnet im täglichen Sprachgebrauch ja auch alles von Moteverdi bis Stockhausen. Dabei ist die Zeit der Klassik eigentlich beschränkt auf die Epoche von Haydn, Mozart und Beethoven. Herr Vivaldi hat z.B. früher gelebt, im Barock.
Moderator: Haben Sie das gewusst, Herr Vivaldi?
Vivaldi: Wie sollte ich? Der Begriff „Barock“ ist doch erst lange nach meinen Tod entstanden.
Moderator: Lieber Herr Vivaldi! Wir werden nun gleich eine Aufführung des „Herbstes“ erleben. Welchen Tipp können Sie unseren Zusehern geben, damit sie möglichst viel von Ihrer Musik haben?
Vivaldi: Es ist nicht leicht, einen allgemeinen Ratschlag zu geben, weil jeder andere Kenntnisse und Hörgewohnheiten hat. Ich würde aber sagen, dass jeder die Musik nach seiner Art genießen soll.
Moderator: Herr Vivaldi, wir danken Ihnen, dass sie sich die Zeit genommen haben, den weiten Weg von Venedig zu uns zu ko…
Vivaldi: Wieso denn von Venedig? Ich wohne doch gleich um die Ecke. Haben Sie nicht gewusst, dass ich in Wien gestorben und begraben bin? Leider existiert mein Grab nicht mehr.
Moderator: Das ist wirklich schade. Aber nun wünsche ich uns allen ein schönes Musikerlebnis mit der Aufführung Ihres „Herbstes“.

 

2. Choreografische Auflösung des 1. Satzes

Es sollen zum Tonbeispiel hauptsächlich Schreittanzformen gefunden werden: Die Paare gehen hintereinander, im Kreis, rechts/links u.s.w. In der Choreografie soll sowohl der Wechsel zwischen piano und forte als auch zwischen Solovioline und Orchester (z.B. ein Paar bewegt sich7alle Paare bewegen sich) erkennbar sein.

 

3. Szenische Simultanspiel des 2. Satzes

Diese Sequenz wird live gespielt und braucht nicht geprobt zu werden. Dargestellt soll werden, wie nach der Arbeit alle immer müder und müder werden und langsam in den Schlaf versinken.

 

4. Herbst Sonett zum 3. Satz

Vor dem Hören des 3. Satzes werden die beiden Dreizeiler vorgelesen, die sich auf diesen Satz beziehen. Für jeden Dreizeiler soll ein(e) SprecherIn bestimmt werden.

Das Tagesgrauen sieht den Aufbruch der Jäger
mit Hörnern und Flinten eilen sie hinaus,
es flieht das Wild, sie verfolgen die Spur.

Schon erschreckt und ermattet vom Lärm
der Flinten und Hörner,
verwundet versucht es zu fliehen, muss jedoch sterben.


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