Schulpartnerschaft Malawi

MALAWI - EIN LAND STELLT SICH VOR

Landkarte

Malawi zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 210$ (1992) zu den ärmsten Staaten der Erde (Fünfte Welt). Es liegt in Südost-Afrika. Seine Nachbarstaaten sind Mocambique, Tansania und Sambia.
Malawi liegt in den Tropen, doch sind Klima und Vegetation infolge der relativ großen Höhenunterschiede und der 850 km langen Nord-Süd-Erstreckung sehr unterschiedlich.
Man unterscheidet zwei bzw. eigentlich drei Jahreszeiten: Regenzeit (von November bis April), kühle Trockenzeit (mai bis August, Winter) und heiße Trockenzeit (September bis November).

Die Oberflächenform des kleinen Binnenstaates wird vom Ostafrikanischen Grabenbruchsystem bestimmt, dessen südlicher Abschnitt das Land in seiner ganzen Länge durchzieht. Im Norden finden wir Hochgebirge, das bis auf ca. 3000 m ansteigt. Im Osten liegt der Malawisee, der den nördlichen und mittleren Abschnitt des Grabenbruchs bedeckt. Die südliche Fortsetzung der Grabensenke bildet der Shiregraben, der vom Shire, dem Abfluss des Malawisees, durchflossen wird. Seitlich des Grabens erheben sich mit steiler Bruchstufe weite Rumpfflächen auf einer Höhe von 1000 bis 1500 m, die von zahlreichen Inselbergen und Massiven überragt werden, darunter auch vom höchsten Berg Malawis, dem 3000 m hohen Mount Mulanje. Aktiver Vulkanismus und Erdbeben weisen auf die tektonischen Störungen hin.
Malawi verfügt über fünf Nationalparks, darunter den einzigen Unterwassernationalpark der Welt am Lake Malawi.


Berg

Seit 1980 baut die Regierung den devisenbringenden Fremdenverkehr aus.
Malawi zeigt die für ein Fünfte-Welt-Land typische Wirtschaftsstruktur. über 90% der Exporte entfallen auf den Agrarsektor. Hauptexportprodukte sind Tabak (76% des Exportwertes), Tee (8%) und Zucker (6%). Diese cash-crops werden hauptsächlich auf Estates (Plantagen) angebaut, die meist im Besitz ausländischer Privatpersonen und Konzerne sowie der früheren politischen Führung des Landes sind. Insgesamt gibt es rund 8500 solcher Estates. Außerdem gibt es noch rund 1, 3 Mio. Kleinbauern, die sog. Custaomary Land bearbeiten. Sie produzieren meist die Produkte, die nicht von den Plantagen erzeugt werden (z. B. Mais, Baumwolle, Erdnüsse, Nahrungsmittel). Die meisten Kleinbauernbetriebe sind Subsistenzwirtschaften. Bodenerosion und Auslaugung der Böden bereiten immer mehr Probleme.
Trotzdem sind die relativ fruchtbaren Böden die einzigen Ressourcen Malawis. Es gibt kaum nennenswerte Bodenschätze. In größerem Umfang werden nur Kalkstein und Tonerde abgebaut. Andere Rohstoffvorkommen wären vorhanden, liegen aber in schwer zugänglichen Gebieten oder ihr Abbau rentiert sich nicht.

Die Industrie bietet nur sehr wenigen Malawiern eine Verdienstmöglichkeit. Nur ca. 5% leben von der Industrie (1991). Sie sind aufgrund der geringen Kaufkraft der Einwohner Malawis vorwiegend exportorientiert. Die wichtigsten Industriezweige sind die Nahrungsmittel-und Genussmittelindustrie.

Malawi ist seit der Unabhängigkeit im Jahr 1964 eine Republik. Bis vor kurzem war es ein Einparteienstaat, beherrscht von seinem damaligen Präsidenten Hastings Kamuzu Banda und seiner Partei, der Malawi Congress Party. Am 30. 6. 1993 beschloss das Parlament - nach einem Referendum, bei dem sich 63, 5% der Malawier für das Ende des Einparteiensystems. Banda verzichtet auf seinen Status als Präsident auf Lebenszeit. Der entsprechende Artikel des Grundgesetzes wird am 17. 11. 1993 gestrichen. Am 16. 5. 1994 verabschiedet das Parlament ohne Gegenstimme eine Interimsverfassung, mit der am Vorabend der Parlaments-und Präsidentschaftswahlen dem 30jährigen Einparteiensystem ein Ende gesetzt wird und die Befugnisse des Staatspräsidenten erheblich eingeschränkt werden.

Die demokratischen und freien Wahlen die ersten der Unabhängigkeit vonm 17. 5. 1994 enden mit einer Niederlage von Präsident Banda und siener Malawi Congress Party. Bakili Muluzi , der Kandidat der United Democratic Front/UDF, wird am 21. 5. 1994 als neuer Präsident vereidigt.
Bei den Parlamentwahlen gewinnt die United Democratic Front 47, 2% der Stimmen und 84 Parlamentssitze, die ehemalige Einheitspartei Malawi Congress Party 33, 5% der Stimmen bzw. 55 Parlamentssitze und die Alliance for Democracy /AFORD 18, 9% der Stimmen und 36 Sitze.
1999 fanden wiederum Wahlen statt. Die UDF behielt die Mehrheit. Bakili Muluzi ist als Präsident wiedergewählt worden.

Vergleich Österreich - Malawi

Österreich Malawi
Fläche 83 858 km2 118 484 km2 (einschließlich 24 208 km2 Binnengewässer)
Einwohner 8 Mio. 9 Mio.
Bevölkerungsdichte 95 Ew/km2 74 Ew/km2 (bzw. 94 Ew je km2 Landfläche)
Bevölkerung 93,4% deutschsprachige Österreicher, 6,6% Ausländer, Minderheiten: Slowenen Kroaten usw. Malawier;Bantu (Chichew Nyaja, Lomwe, Yao, Sena ua. ); etwa 8000 Europäer und Amerikaner, 3000 Asiaten.
Altersstruktur 0-14 Jahre: 17,5%; 15-60 Jahre: 62,2% 0-14 Jahre: 46,9%;15-64 Jahre: 49,7%
Lebenserwartung 77 Jahre (m 73/w 80) 44 Jahre (m 44/w 45)
Säuglingsterblichkeit 0,7% 13,4%
Kindersterblichkeit 1,0% 22,7%
Analphabeten 1% 22,7%
Geburten- und Sterberate 12%(infinity) und 11%(infinity) (1992) 47%(infinity) und 20%(infinity) (1992)
Jährl. Bevölkerungswachstum 0,4% (1980-92 ) 2,5% (1980-92 )
Sprachen 92,3% Deutsch, 2% Serbokroatisch, 0,8% Kroatisch, 0,4% Slowenisch, 0,4% Ungarisch, 0,2% Tschechisch überw. Englisch und Cichewa sowie Lomwe, Ya Sena ua. ;Chitumbuka als Verkehrssprache
Religion 78% Katholiken, 5% Protestanten, 2% Muslime, 0,2% Altkatholiken, 0,1% Juden 65% Christen (35% Protestanten und 30% Katholiken), 17% Muslime, ca. 43% Anh. v. Naturreligionen
Städtische Bevölkerung 59% 12%
BSP 174 767 Mio $ (1992) 1996 Mio $ (1991)
BIP 185 235 Mio $ (1992) 1671 Mio $ (1992)
Anteil der Landwirtschaft am BIP 3% 28%
Anteil der Industrie 37% 22%
Anteil der Dienstleistungen am BIP 58% 50%
Erwerbstätige 1992 in der Landwirtschaft 5% 73%
Erwerbstätige 1992 in der Industrie 37% 27%
Erwerbstätige 1992 in Dienstleistungen 60% 17%
BSP je Ew (1992) 22 380$ 210$
Energieverbrauch 3266 kg öE/Ew 40kg öE/Ew
Import 1992 565 000 Mio$ 718 Mio$
Export 1992 467 000 Mio $ 383 Mio $
Importgüter 23% Maschinen, 13% Halbfertigwaren, 10% PKW, 9% Rohstoffe, 9% Textilien u. Bekleidung. 48% Industriegüter, 27% Maschinen u. Transportausrüstung, 15% Brennstoffe.
Exportgüter 31% Maschinen, 15% Halbfertigwaren, 8% Textilien u. Bekleidung, 5% Rohstoffe, 3% Nahrungs-u. Genussmittel 76% Tabak, 8% Tee, 6% Zucker.

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